19 Dezember... noch 12 Tage in diesem ereignissreichen Jahr. die ersten Adventskerzen sind niedergebrannt. im radio wechseln sich wahlkampf und weihnachtsmusik ab. gedanken, geschenkideen, letztes aufräumen und ausmisten... vor allem im kopf, die trägheit der gedanken... ein paar stunden Zeit und überfordert von den möglichkeiten, diese zu nutzen... zu viele lose enden, zu viele unerledigte schritte, zu viele unkonkrete gedanken... doch nach draussen gehen in den regen und die letzten Zwiebeln in die feuchte erde setzen, den kleinen garten beackern... der morgen fließt dahin, das radio an - und wieder aus... durchatmen... und noch einmal...

20. Dezember... am späten abend des 19ten, am frühen morgen des 20ten... du schläfst. ruhst dich aus, sammelst deine kräfte im schlaf für die bevorstehenden Tage... ich liege in Noas Zimmer, höre die geräusche der Nacht, das Rauschen in den Rohren, die Badtür, wenn noch ein Kind in der Nacht wach ist, das Sirren der Lampe über mir...

Am Abend... die Geschichte Jesu läuft im Radio, du bist auf dem Weg nach Hause, vom Konfirmandenunterricht... es fällt schwer, einen Gedanken zu fassen ausserhalb der täglichen routinen, der immer gleichen bahnen - im kopf, in der wohnung, im dorf, in der stadt. ich beuge mich über mein leuchtendes etwas, meine stetig agile, immer erreichbare friss-die-zeit-maschine...

21. Dezember... du schläfst, erschöpft vom langen agieren, funktionieren, inspirieren... ich war an deiner seite. der lärm der welt, die katastropenmeldungen, unverständliche worte, ein nicht-verstehen der abgründe, der dysfunktionalitäten... weisses rauschen. schnell den knopf drücken, den kopf ausschalten, wegdrehen, wegdrücken, abwenden vom lärm, vom dunkel der welt... keine meldung mehr hören wollen, lesen müssen... nun ist es still in der wohnung... nur ein leises rauschen der heizung, ein ticken des weckers, dein ruhiges atmen... eine nacht kurz vor weihnachten im jahr 2024...

23. Dezember... ein langer, ruhiger Tag liegt hinter uns, Zweisamkeit, nasse Nadeln und wärmendes Kerzenlicht... Gesang, ausgelassene Stimmung und american Diner am Abend... der Morgen ist kühl, es duftet nach Kaffee und Suppe...

23. Dezember (am späten Abend, kurz vor Mitternacht) die Kerzen am Baum sind erloschen, im Geschirr wirbelt der Bodensatz des Tages, in der Ferne sucht Amelie nach einem Fremden Freund... Erinnerungen an die Jahre die vergangen... die Menschen, die wir getroffen, mit denen wir gefeiert, gelacht, geschwiegen... vieles auch vergessen in der schnell fliehenden Zeit... angekommen...

26. Dezember am Morgen...

der kaffeschlürfende, in sich verknäulte Mensch sitzt wartend... knoten lösen und durchatmen... eintauchen... auftauchen... eine große erleichterung spüren wenn der stein sich löst, fortrollt... so weit es geht